Kreuzfahrt auf dem Jangtsekiang (Yangtze)

Die bekannten Yangtze-Kreuzfahrten verbinden Yinchang und das stromaufwärts gelegene Chongquing. Die Fahrt flussaufwärts dauert 5 Tage (effektiv 3), flussabwärts 4 Tage. Im Frühling beginnen bzw. enden die Kreuzfahrten VOR dem Dreischluchtenstaudamm, d.h. man fährt nicht durch die Schleusenanlage. Grund sind Wartungsarbeiten.

 

Leider ist es die meiste Zeit ziemlich nebelig (soweit ich beurteilen konnte, kein Smog, so wie es in den Internetforen immer wieder behauptet wird). Grund ist die riesige angestaute Wasserfläche in Verbindung mit dem subtropischen Klima. Daher sollte man nicht zu enttäuscht sein, wenn die Sicht nur ausgesprochen mäßig ist während der Reise und insbesondere am Staudamm.

Yinchang und Einschiffung

Die Einschiffung erfolgt erst spätabends, d.h. man muss unter Umständen einen halben Tag in Yinchang totschlagen. Wir spazierten etwas am Flussufer (ähnliches Bild wie in Hangzhou) und in der Stadt herum.

Die Schiffe variieren in Ausstattung, Sauberkeit und Qualität. Von einem "Horrortrip", wie in doch einigen Rezensionen zu lesen ist, kann aber nicht die Rede sein. Insbesondere die Besatzung ist sehr (teilweise zu) bemüht, wir hatten aber auch das Glück, in einem nur halbvoll besetzten Schiff unterwegs zu sein. 

Dreischluchten-Talsperre

Der Staudamm selbst liegt etwa 40 km flussaufwärts von Yinchang entfernt. Die Dimensionen sind riesig, für weitere Informationen ist der Wikipedia-Artikel lesenswert.

 

Durch den Aufstau im subtropischen Gebiet bildet sich zäher Nebel, daher ist die meiste Zeit nicht viel vom Staudamm zu sehen (ca. 280 Nebeltage im Jahr). Dennoch werden die Touristenmassen herangekarrt und mit Rolltreppen durch die neblige Landschaft befördert. Der Eintrittspreis beträgt satte 20 EUR,--, ist aber auf der Kreuzfahrt inkludiert.

 

Fahrt und Ausflüge

Die Fahrt selbst ist aufgrund der eingeschränkten Sicht nicht sonderlich spektakulär. Ergänzt wird die Reise durch inkludierte und fakultative Ausflüge (Aufpreis: ca. 28 EUR pro Ausflug). Falls doch einmal die Sonne hervorkommt, kann man sich am Oberservatoriumsdeck entspannen.

Fengdu (Stadt der Geister)

Ein längerer Ausflug führt in die Stadt der Geister. Wie aber auch bei den vorherigen Landgängen handelt es sich nur um Inszenierungen und Restaurierungen, da die meisten Kulturobjekte während der chinesischen Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976 zerstört wurden.