Bali

Bali ist eine der Kleinen Sundainseln und liegt zwischen Java und Lombok. Interessant ist, dass sich zwischen Bali und Lombok die sogenannte Wallace-Linie befindet. Sie trennt die asiatische und australische Fauna und Flora.

 

Etwa 75% der Inselfläche sind von Bergen vulkanischen Ursprungs bedeckt. Mitten in Bali stoßen zwei Kontinentalplatten (Eurasische und Australische Platte) aneinander, daher kommt es immer wieder zu Erdbeben und vulkanischer Aktivität.

 

Im Gegensatz zu den anderen indonesischen Inseln dominiert hier der Hinduismus. Daher sieht man an jeder Ecke Tempelanlagen, täglich werden Opfergaben gebracht, sei es daheim oder in den öffentlichen Tempeln.

 

Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, obwohl noch immer fast 60% der Balinesen in der Landwirtschaft arbeiten. Die besten Zeiten der Insel sind jedoch vorbei, die Bombenanschläge der Jahre 2002 und 2005 hatten einen verheerenden Einfluss auf die Besucherzahlen. Seither wird wenig erneuert, Überbevölkerung, Wassermangel und Müll setzen der Insel zu. Ebenso störend: das "walking-wallet" - Syndrom.

Topographie Balis (Quelle: wikipedia.org)
Topographie Balis (Quelle: wikipedia.org)

Sanur

Karte Sanur (Quelle: wikitravel.org)
Karte Sanur (Quelle: wikitravel.org)

Unser erster Stopp war Sanur an der Ostküste Südbalis. Wie viele der Strandorte ist auch Sanur in die Jahre gekommen, und der Strand lud nicht wirklich zum Baden ein. Allerdings ist Sanur ein guter Startpunkt zum Erkunden von Bali und der Insel Nusa Lembongan.

 

Entlang des Strandes befinden sich eine Reihe von Hotels, Restaurants und Shops. Die Straßen abseits des Strandes beherbergen hauptsächlich Restaurants, starker Autoverkehr und laute Musik laden aber nicht wirklich zum Entspannen ein.

 

Um zu unserer nächsten Destination zu kommen, haben wir ein Auto mit Fahrer gemietet. Das ist relativ billig (ca. 40 Euro) und ein guter Weg, auch von der Umgebung etwas mitzubekommen. Die landwirtschaftlich geprägten Gebiete sind dann auch wirklich sehenswert, etwa das Selat Valley zwischen Klungkung, Besakih und Padang Bai.

Ubud

Karte Ubud (Quelle: wikitravel.org)
Karte Ubud (Quelle: wikitravel.org)

"Ubud, a town in central Bali, is far removed from the drunken bikini scene in Kuta, and is regarded as the cultural centre of Bali. It is famous as an arts and crafts hub, and much of the town and nearby villages seems to consist of artists' workshops and galleries. There are some remarkable architectural and other sights to be found, and a general feeling of well being to be enjoyed, all thanks to the spirit, surroundings, and climate of the place."

 

Soweit wikitravel.org über Ubud. Wir können dieser Beschreibung leider überhaupt nicht zustimmen. Auf engen Straßen wälzen sich Autokolonnen, weiße Kleidung wird grau von den Abgasen, und schlafen ist möglich, aber nur von ca. 23:00 Uhr (wenn der Verkehr nachlässt) bis 03:00 Uhr (dann beginnen die gefühlten 100 Hähne ihren Arbeitstag). Hinzu kommt ein ordentliches Preisniveau, so kostet etwa der Eintritt in den mäßigen Bali Bird Park über 20 Euro. Vielleicht haben wir die schönen Seiten Ubuds einfach übersehen (gut, der Affenwald ist ganz interessant), aber hätten wir noch einmal die Wahl, würden wir Ubud auslassen.

Countryside

Zweimal mieteten wir uns ein Auto mit Fahrer. Damit schlugen wir zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits gelangten wir von A nach B, zusätzlich konnten wir die schöne Umgebung erkunden und interessante Orte ansteuern.

 

Unsere erste Tour führt uns von Sanur nach Ubud, dabei fuhren wir über das östliche Bali (siehe Karte unten). Stationen waren die alte Königsstadt Klungkung (heute heißt die Stadt Semarapura), der Besakih-Tempel am Fuße des Mount Agung, die Fischerstadt Padang Bai (Karte) sowie das Bali-Aga-Dorf Tenganan. Dabei fuhren wir auf eigenen Wunsch einen Umweg durch das Selat Valley, was wirklich zu empfehlen ist.

 

Um von Ubud nach Lovina zu gelangen, fuhren wir zuerst nach Kintamani (Aussicht auf den Mount und Lake Batur), danach querfeldein (oder besser querbergein) zum Lake Bratan (Karte), wo wir den bekannten Tempel besichtigten. Über die Gitgit-Wasserfälle ging es schließlich in die Ortsansammlung, die heute breithin Lovina ("Lovely Indonesia) genannt wird.

Lovina

Karte Lovina (Quelle: wikitravel.org)
Karte Lovina (Quelle: wikitravel.org)

Lovina besteht aus sieben Fischerdörfern, das bekannteste und meistbesuchte ist Kalibukuk. Hier war der Strand das erste Mal sauber, und zum ersten Mal wagten wir uns ins Wasser.

 

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Westen, und absolvierten dort eine sehr schöne Schnorcheltour bei den Menjangan Islands. Statt nach Lovina zurückzufahren, schnappten wir uns ein "Angkot" und fuhren nach Gilimanuk, von wo aus wir mit der Fähre nach Java übersetzten.

Reisetipps:

 

Ausgenommen in Restaurants ist immer und überall Handeln angesagt! Taxis, Unterkünfte, Souvenirläden, Marktstände verlangen utopische Preise, die mindestens um die Hälfte (eher Richtung ein Drittel) heruntergehandelt werden können.

 

Besonders in Ubud muss man auch die Preise bei Homestays herunterhandeln. Gerne einmal werden 300 000 INR für ein Zimmer verlangt, das nur ein Drittel wert ist. Fast überall ist es laut (Hähne, Verkehr), auch ein Ausweichen in die Seitenstraßen hilft nicht viel. Wer also lärmempfindlich ist, sollte bei der Auswahl besonders pingelig sein oder etwas außerhalb Ubuds sein Glück versuchen.

 

Der Bird Park ist stark überteuert und zudem nur mit dem Taxi erreichbar.

 

Zweimal haben wir uns ein Auto gemietet, aufgrund einer Tripadvisor-Empfehlung jeweils mit Sila's Bali Tours. Prompte Antworten auf E-Mailanfragen und fixierter Preis (450 000 INR pro Tag, August 2012; üblicherweise lädt man den Fahrer zum Mittagessen ein). Besonders zufrieden waren wir mit Agus, der auch persönlich kontaktiert werden kann (+62 812 366 9322 oder +62 3618686 645). Er bestach durch gutes Englisch und wusste viel über die besuchten Orte zu erzählen. Auch das Abändern der Route war kein Problem.

 

Tanah Lot kann von Sanur aus besucht werden. Ein Taxi kostet etwa 350 000 - 400 000 INR (Hin- und Rückfahrt, Wartezeit).

 

Besakih Tempel: Dieser ist in den vergangenen Jahren durch aggressive Touts negativ aufgefallen und wird deshalb von Touranbietern oft nicht mehr angesteuert. Die Masche: zum relativ niedrigen Eintrittspreis muss mehr oder weniger obligatorisch ein Guide dazugebucht werden. Preis ist wie immer Verhandlungssache, mehr als 100 000 INR sollte man jedoch nicht bezahlen. Wir wurden von unserem Fahrer Agus gut in das Prozedere eingewiesen und vermieden somit die Fallen. Bei schönem Wetter ist der Besuch trotz der Hürden empfehlenswert!

Karte West Bali National Park (Quelle: wikitravel.org)
Karte West Bali National Park (Quelle: wikitravel.org)

Die angesprochene Schnorcheltour zur Menjangan-Insel kann auch problemlos individuell gemacht werden. Mit dem Motorrad oder dem Bus fährt man nach Labuan Lalang, einem großen, unübersehbaren Parkplatz. Dort warten die Boote für die Überfahrt zur Insel.